Heizkörperthermostate richtig programmieren

Ein programmierbares Heizkörperthermostat regelt, wie viel warmes Wasser durch den Heizkörper fließt, abhängig von der eingestellten Temperatur und dem Zeitplan. So ist das Bad morgens warm, während das tagsüber leere Wohnzimmer weniger geheizt wird – ohne dass Sie die Temperatur ständig von Hand ändern müssen.

Das Thermostat sitzt am Ventil des Heizkörpers. Es öffnet oder schließt das Ventil und regelt so, wie viel warmes Heizungswasser in den Heizkörper fließt. Es erzeugt selbst keine Wärme. Die Bedienung hängt vom Modell ab. Richten Sie den Zeitplan danach aus, wann Sie die Räume nutzen und wie weit Sie die Temperatur absenken möchten.

So regelt das Heizkörperthermostat

Sie geben vor, wie warm ein Raum zu bestimmten Zeiten sein soll. Das Thermostat misst die Temperatur in seiner Umgebung und passt das Ventil an: Ist die gemessene Temperatur niedriger als der eingestellte Wert, lässt es mehr warmes Wasser in den Heizkörper. Ist die Zieltemperatur erreicht, lässt es weniger Wasser durch.

Ein höherer Sollwert heizt den Raum nicht schneller auf. Wenn Sie das Thermostat auf die höchste Stufe drehen, verlangt es lediglich eine höhere Temperatur. Stellen Sie deshalb direkt die Temperatur ein, die Sie haben möchten.

Bei klassischen Drehreglern stehen die Zahlen für ungefähre Raumtemperaturen. Stufe 3 entspricht oft etwa 20 °C, doch die Skala kann je nach Modell abweichen. Programmierbare Geräte zeigen häufig direkt Grad Celsius an. Auch dann zählt die tatsächliche Temperatur im Raum: Ein Thermostat am Heizkörper kann durch Vorhänge, Möbel oder einen Wärmestau ungenau messen.

Zeitplan passend einstellen

Prüfen Sie zuerst die Anleitung Ihres Geräts. Je nach Modell programmieren Sie die Zeiten direkt am Thermostat, über eine App oder über eine zentrale Steuerung. Auch wie viele Zeiträume mit höherer Temperatur Sie einstellen können und was passiert, wenn Sie die Temperatur von Hand ändern, hängt vom Modell ab.

Für die meisten Geräte hilft dieser Ablauf:

  1. Stellen Sie Wochentag und Uhrzeit ein.
  2. Legen Sie eine angenehme Temperatur für genutzte Zeiten und eine niedrigere Temperatur für Abwesenheit und Schlaf fest.
  3. Programmieren Sie Werktage und Wochenende getrennt, wenn Ihr Tagesablauf unterschiedlich ist.
  4. Legen Sie den Beginn der Zeit mit höherer Temperatur so fest, dass der Raum warm ist, wenn Sie ihn nutzen.
  5. Prüfen Sie nach einigen Tagen, ob die Zeiten passen. Verschieben Sie den Beginn bei Bedarf schrittweise.

Wie lange ein Raum zum Aufheizen braucht, hängt unter anderem vom Heizkörper und vom Gebäude ab. Eine feste Zeitspanne passt deshalb nicht für jeden Raum. Wenn das Wohnzimmer morgens noch kühl ist, lassen Sie die Komfortphase am nächsten Tag etwas früher beginnen. Ist es schon vorher warm, verschieben Sie sie nach hinten.

Temperaturen für den Alltag

Als Orientierung nennt das Umweltbundesamt für regelmäßig genutzte Wohnräume tagsüber etwa 19 bis 20 °C und nachts 18 °C. Im Schlafzimmer werden häufig 16 bis 18 °C als Richtwert genannt. Was angenehm und passend ist, hängt jedoch auch vom Raum ab. Die Außentemperatur und das Gebäude spielen ebenfalls eine Rolle.

Für ungenutzte Zeiten ist eine niedrigere Temperatur sinnvoll. Eine Absenkung spart Energie, wenn der Raum dadurch weniger warm gehalten wird. Etwa 16 °C werden oft als Richtwert genannt. Diese Temperatur verhindert Schimmel aber nicht sicher in jeder Wohnung. Feuchtigkeit und kalte Außenwände beeinflussen das Risiko. Auch die Lüftung spielt eine Rolle. In schlecht gedämmten oder feuchten Räumen sollten Sie deshalb nicht stark absenken und auf Anzeichen von Feuchtigkeit achten.

Ein Beispiel: Wer werktags um 8 Uhr die Wohnung verlässt und gegen 17 Uhr zurückkommt, kann das Wohnzimmer morgens und am späten Nachmittag auf die gewünschte Komforttemperatur bringen. Während der Abwesenheit und nachts genügt eine niedrigere Einstellung. Für ein Bad, das vor allem morgens genutzt wird, richten Sie eine eigene Komfortphase ein. Im Schlafzimmer wählen Sie eine Temperatur, bei der Sie gut schlafen, ohne den Raum stark auskühlen zu lassen.

Heizkörper frei halten

Vorhänge, Möbel und Heizkörperverkleidungen behindern die Wärmeabgabe. Sie können außerdem dazu führen, dass sich warme Luft am Thermostat staut, während der übrige Raum noch kühl ist. Halten Sie den Heizkörper und den Thermostatkopf deshalb möglichst frei.

Lüften Sie im Winter kurz und kräftig, statt ein Fenster lange gekippt zu lassen. Während das Fenster offen ist, sollten Sie die Heizleistung absenken, damit der Heizkörper nicht gegen die kalte Außenluft heizt. Manche Thermostate erkennen einen schnellen Temperaturabfall und unterbrechen dann die Wärmezufuhr. Diese Funktion arbeitet je nach Modell unterschiedlich und ersetzt keine passende Lüftung.

Halten Sie die Türen zu deutlich kühleren Räumen geschlossen. Warme, feuchte Luft aus einem Wohnraum erhöht dort die Feuchtigkeit und kann an kalten Flächen kondensieren. Lüften Sie Feuchtigkeit nach dem Duschen oder Kochen nach draußen.

Verbrauch realistisch einschätzen

Laut Verbraucherzentrale sinkt der Heizenergieverbrauch als grobe Faustregel um etwa 6 %, wenn Sie die Raumtemperatur um 1 °C senken. Das ist keine garantierte Einsparung für einen einzelnen Haushalt. Das Ergebnis hängt unter anderem davon ab, wie Sie bisher geheizt haben. Auch die Dauer der Absenkung und die Dämmung des Gebäudes spielen eine Rolle.

Ein Zeitprogramm spart besonders dann Energie, wenn Sie die Temperatur bei Abwesenheit oder nachts bisher nicht von Hand abgesenkt haben. Wer das bereits regelmäßig tut, gewinnt vor allem Bequemlichkeit. Auch die Nachtabsenkung spart nicht in jedem Gebäude gleich viel: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt für Einfamilienhäuser eine mögliche Größenordnung von 5 bis 12 %, abhängig unter anderem von Dämmung und Heizsystem.

Wenn die Temperatur nicht stimmt

Wird ein Raum trotz passender Einstellung nicht warm, prüfen Sie zunächst, ob der Heizkörper frei steht und das Thermostat die Raumluft erfassen kann. Bei mehreren Heizkörpern im selben Raum sollten Sie ähnliche Solltemperaturen einstellen.

Bleibt der Heizkörper nach dem Herunterregeln warm oder wird er trotz höherer Einstellung nicht warm, liegt die Ursache möglicherweise am Ventil. Dann hilft eine Änderung des Zeitprogramms nicht automatisch weiter. Lassen Sie das Ventil prüfen, wenn sich das Problem nicht durch die Bedienung beheben lässt.