Minuspol

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Bevor festgestellt wurde, dass sich Elektronen stets vom Minus- zum Pluspol hin bewegen (als <i>Physikalische Stromrichtung</i> definiert), wurde die entgegengesetzte Bewegungsrichtung des elektrischen Stroms angenommen, die heute als sogenannte <i>Technische Stromrichtung</i> bezeichnet wird.
<i>Technische Stromrichtung</i> bedeutet also: Der Strom fließt vom Plus- zum Minuspol. Diese Definition ist auch heute noch geläufig.
<i>Physikalische Stromrichtung</i> sagt das Gegenteil: Der Strom fließt vom Minus- zum Pluspol, also entgegen der technischen Stromrichtung. Die physikalische Stromrichtung entspricht somit der Bewegungsrichtung der Elektronen. Diese bewegen sich vom Minus- zum Pluspol. Auf dem Minuspol herrscht Elektronenüberschuss. Das bedeutet, dass der Minuspol mit vielen freien Elektronen besetzt ist, die das Bestreben haben, sich zum Pluspol hin zu bewegen, da dieser über „zu wenige“ Elektronen verfügt.
Um die physikalische sowie die technische Stromrichtung miteinander in Einklang zu bringen, wurden (virtuelle) <i>positive Ladungsträger</i> definiert, sodass sowohl für die technische als auch die physikalische Richtung des elektrischen Stroms die beiden Aussagen gelten:
1. Die Elektronen bewegen sich vom Minus- zum Pluspol
2. Die positiven Ladungsträger bewegen sich vom Plus- zum Minuspol.

Ändert ein Elektron, was negativ geladen ist, seinen Ort, so entsteht an jenem Ort, den das Elektron verlässt eine „Lücke“, die nicht mehr negativ geladen ist und als <i>positiver Ladungsträger</i> betrachtet wird. Wenn sich also ein Elektron zum Beispiel von rechts nach links bewegt, so „wandert“ der positive Ladungsträger von links nach rechts.

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